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Vier Personen in Businesskleidung vor einer Leinwand mit einer Präsentationsfolie, auf der "Neujahrsempfang 2026" steht

Auf dem Bild von links nach rechts: Markus Strahler, Gastrednerin Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt, Dieter Ahrens und Dr. Michael Kricheldorf

Rund 140 Gäste beim Neujahrsempfang der Volksbank in Schaumburg und Nienburg

Generationen-Unterschiede als zentrales Thema und Herausforderung

Bückeburg, 28. Januar 2026. In dieser Woche fand der mittlerweile vierzehnte gemeinsame Neujahrsempfang der Volksbank in Schaumburg und Nienburg eG, der Kreishandwerkerschaft Niedersachsen-Mitte und des Steuerberaterverbandes Niedersachsen Sachsen-Anhalt (Ortsverband Schaumburg) in Bückeburg statt. Rund 140 Gäste aus Mitgliedern des Steuerberaterverbands und der Kreishandwerkerschaft, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Volksbank sowie Vertretern der Schaumburger Städte, Gemeinden, Unternehmen und des Landkreises stießen im Rathaussaal auf das neue Jahr an. Markus Strahler, Vorstandsmitglied der Volksbank in Schaumburg und Nienburg, begrüßte gemeinsam mit Dr. Michael Kricheldorf vom Steuerberater-Ortsverband Schaumburg und Schaumburgs Kreishandwerksmeister Dieter Ahrens die Gäste.

 

Höhepunkt des Abends war der Vortrag von Gastreferentin Frau Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt. In ihrem kurzweiligen Vortrag „Vom Boomer zum Zoomer: Generationsclash oder Generationenharmonie?“ sprach sie über ein Thema, das die Mehrheit der Anwesenden unmittelbar betrifft: die Herausforderung, die Generation Z zu erreichen und zu binden, als Nachwuchskräfte und als Kunden gleichermaßen.

 

2025 als turbulentes Jahr mit vielen Projekten

Wie üblich startete die Veranstaltung mit einem kurzen Jahresrückblick durch Markus Strahler. 2025 sei turbulent gewesen, nicht nur für die Finanzmärkte. Politisch, finanziell, gesamt-gesellschaftlich und global sei viel passiert. Darüber hinaus habe die Volksbank auch intern viel bewegt im vergangenen Jahr.  Zahlreiche Projekte wurden vorangetrieben. „Wir haben vor allem einen kritischen Blick auf die Betreuungskonzepte für unsere Kundinnen und Kunden geworfen, um ihnen in solch turbulenten Zeiten die bestmögliche Stütze in finanziellen Belangen sein zu können“, so Herr Strahler. Auch auf dem Thema KI lag ein Schwerpunkt. „Wir werden immer digitaler in allem, was wir tun“, fasste Strahler zusammen. „Dennoch ist gerade für uns als regionale Genossenschaftsbank das vor-Ort-sein, die Regionalität, weiterhin zentral und wichtig.“ Man wolle sich daher noch stärker auf die Regionalität fokussieren. Als Beispiel nannte Markus Strahler ein neues Projekt mit dem Namen stroya, durch das die Nutzung von Solarenergie in der Region vorangetrieben und mehr Photovoltaik auf Mehrfamilienhäuser gebracht werden soll. Das sei ein Thema für alle Gäste im Saal: von der wirtschaftlichen Beratung des Eigentümers zum Thema Mieterstrom über die Finanzierung bis zur Installation – alles hier aus der Region für die Region.

 

Digitalisierung und demographischer Wandel als Herausforderung

„Wie alle anderen Unternehmen stehen auch wir Steuerberater vor den Herausforderungen des demographischen Wandels und den Veränderungen auf dem Fachkräftemarkt“, hob Herr Dr. Kricheldorf hervor und sprach damit das Thema des Abends an. Er blickte auf das Jahr zurück, in dem die Steuerberater ihren Mandanten auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten wie gewohnt partnerschaftlich beratend zur Seite standen. Die Digitalisierung gewinnt vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und der Entwicklungen auf dem Fachkräftemarkt immer mehr an Bedeutung und ist gemeinsam von den Mandanten und Steuerberatern voranzutreiben. Er verwies auf die Vorteile der Digitalisierung. Die im letzten Jahr bereits verpflichtend eingeführte E-Rechnung befindet sich immer noch in der Übergangsregelung, wird aber von immer mehr Unternehmen eingesetzt.

Der digitale Steuerbescheid ist bislang freiwillig. Nach einer Gesetzesinitiative soll es wohl ab 2027 im Ermessen der Finanzverwaltung liegen, bei elektronisch eingereichten Steuererklärungen auch die Bescheide elektronisch bereitzustellen. Der Steuerbescheid ist dann eigeninitiativ nach Bereitstellung durch einen Download abzurufen.

 

Zum Abschluss erwähnte Herr Dr. Kricheldorf die frisch eingeführte Aktivrente. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die schon die Regelaltersgrenze erreicht haben, aber trotzdem einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen (möchten), erhalten durch die sogenannte Aktivrente grundsätzlich einen monatlichen Steuerfreibetrag in Höhe von 2.000 Euro. „Wir brauchen den Nachwuchs – aber irgendjemand muss diesen Nachwuchs auch ausbilden und einarbeiten“, erläuterte Herr Dr. Kricheldorf. Das seien auch die Babyboomer, die jetzt in den Ruhestand gehen. Durch die neue Steuererleichterung sollen diese Anreize erhalten, über die Regelaltersgrenze hinaus weiterzuarbeiten. So könne den Folgen des demografischen Wandels und dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden.

Zum Thema der unterschiedlichen Generationen vertrat Herr Dr. Kricheldorf eine klare Meinung. „Jede Generation hat ihre Eigenarten, ihre eigene Denkweise. Das war schon immer so. Es ist wichtig, im Umgang miteinander Kompromisse zu machen und einander zu verstehen.“

 

Handwerk als Stütze der Wirtschaft

„2025 war für das Schaumburger Handwerk von großen Herausforderungen geprägt, aber auch von bemerkenswerten Erfolgen“, leitete Dieter Ahrens seinen Jahresrückblick ein. Man habe Stabilität gezeigt, wo andere wanken. Rund 1.800 registrierte Handwerksbetriebe im Landkreis sichern rund 10.000 Arbeitsplätze, darunter 850 Ausbildungsplätze. Diese Zahl sei zum Vorjahr um 9 % gewachsen – was zeigt, dass junge Menschen nach wie vor Interesse an soliden, praxisorientierten Berufen haben. Mit Stolz wies Herr Ahrens in diesem Zusammenhang auf die nächste Freisprechung der Handwerksgesellen aus den eigenen Reihen hin, die am 5. Februar im Rathaussaal in Bückeburg stattfindet.

 

Die Schwerpunkte der Innungen und Betriebe lagen 2025 auf der Digitalisierung der Geschäftsprozesse, energieeffizienten Sanierungen und der Fachkräftesicherung. Viele Betriebe investierten in moderne Mess-, Steuer- und Automatisierungstechnik sowie in neue E-Mobility-Lösungen für ihren Fuhrpark. „Wir erwarten für 2026 eine stabile Nachfrage nach handwerklichen Leistungen, bei mehr Wettbewerbsdruck“, gab Herr Ahrens einen Ausblick. Dies sei vor allem in den Bereichen energetische Gebäudesanierung, Elektrotechniken, SHK (Sanitär/Heizung/Klima) sowie im Ausbau von Ladeinfrastruktur und Photovoltaik der Fall. Das Handwerk sei dabei nicht als Kostenfaktor für die Region zu betrachten, sondern als Stabilitätsfaktor: denn es liefere Ausbildung, Innovation und soziale Stabilität in Dörfern und Städten des Landkreises.

 

Dankesworte an den scheidenden Vorstand Joachim Schorling

Zum Abschluss seiner kurzen Rede widmete sich Herr Ahrens noch einem anderen Thema: „Ich bin jetzt das 14. Mal bei dieser Veranstaltung. Und einer war immer da, wie eine Institution: Joachim Schorling.“ Er bedankte sich bei dem langjährigen Vorstandsmitglied der Volksbank in Schaumburg und Nienburg für die jederzeit gute Zusammenarbeit und sein beständiges regionales Engagement. Herr Schorling geht im kommenden Monat in den Ruhestand und hat die letzten fast 40 Jahre der Volksbank stark geprägt und deren Erfolg maßgeblich mitgestaltet.

 

Prof. Dr. Mörstedt will Verständnis zwischen Generationen schaffen

Höhepunkt des Abends war der Vortrag von Frau Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt. Sie ist Generationsforscherin und Professorin an der Private University of Applied Sciences in Göttingen. In diesem Zusammenhang hat sie sich intensiv damit beschäftigt, wie die Generation Z tickt und wie sich die Lebenswelt der zwischen 1995 und 2010 geborenen von der der vorherigen Generationen unterscheidet. Als Mitglied der Boomer-Generation mit drei Kindern, die der Generation Z zugerechnet werden, habe sie ihr Studienthema täglich zuhause herumlaufen gehabt. „Und das ist nicht immer schön“, gab Prof. Dr. Mörstedt offen zu. Sie stellte anschaulich und nahbar die Herausforderungen des Zusammenlebens und Zusammenarbeitens der Boomer und der Generation Z („Zetties“) dar. Dabei kamen auch die dazwischen liegenden Generationen X („Lost generation“) und Y („Millenials“) nicht zu kurz. Durch unterschiedliche Erziehungsstile, den digitalen Fortschritt aber auch globale Entwicklungen und Krisen veränderte sich das Umfeld, in dem die jeweiligen Generationen aufwachsen, grundlegend. Nicht zuletzt auch dadurch, selbst nicht werden zu wollen wie die eigenen Eltern.

 

Für die Arbeitgeber gab es klare Empfehlungen zum Umgang mit den „Zetties“ – den jungen Nachwuchskräften, die nach und nach auf den Arbeitsmarkt strömen. „Die jungen Menschen wollen nicht so arbeiten wie ihre Eltern. Sie haben gesehen, es ging ihnen nicht gut damit – und Achtsamkeit und Selbstfürsorge sind für die Generation Z essenziell“, erläuterte Prof. Dr. Mörstedt. Arbeitgeber müssen sich daher weiter umstellen und ihre Unternehmenskultur stärken. Jungen Leuten gehe es vermehrt um Arbeiten auf Augenhöhe, um soziales Miteinander, offene Kommunikation, eine aktive Feedback- und Fehlerkultur – aber auch um Sicherheit und klare Strukturen. Dabei immer im Fokus: die Digitalität, das Smartphone, die dauerhafte Erreichbarkeit und die Veränderung von Informations-Zugänglichkeit sowie deren Geschwindigkeit.

 

Die Schilderungen fanden bei den Gästen im Saal viel Zuspruch, es wurde viel genickt und gelacht. Viele erkannten sich selbst, ihre Kinder und/oder Eltern in den Ausführungen wieder.

„Im Grunde geht es um Verständnis“, stellte Prof. Dr. Mörstedt klar. „Auch die jungen Leute müssen verstehen, wie wir älteren ticken und warum.“ Nur, wenn wir uns gegenseitig verstehen und ergänzen, werden die Generationsunterschiede zu Gewinnen.