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Neun Personen in Businesskleidung vor einer Leinwand mit einer Präsentationsfolie

Auf dem Gruppenbild zu sehen: Veranstalter und Vortragende des 15. Volksbank AgrarForums. Von links nach rechts: Markus Strahler (Vorstandsmitglied der Volksbank in Schaumburg und Nienburg eG), Stefan Ullmann (Vorstandsvorsitzender der Volksbank Niedersachsen-Mitte), Markus Lüers (Stellvertretender Vorsitzender der Volksbank Niedersachsen-Mitte eG), Daniel Blömer (Steuerberater und Wirtschaftsprüfer), Ralf Schlesselmann (Schlesselmann GmbH), Arne Bär (Unternehmenslotse aus Bruchhausen-Vilsen), Nils-Joachim Meinheit (Leiter der Bezirksstelle Nienburg der Landwirtschaftskammer Niedersachsen), Christian Appels (R+V), Wilken Hartje (Kreislandwirt aus dem Landkreis Diepholz)

Über 200 Landwirte besuchen das
15. Volksbank AgrarForum

Veranstaltungsthema: Zukunftsfähige Unternehmensführung in turbulenten Zeiten

Nienburg, 07. November 2025. In dieser Woche fand das 15. Volksbank AgrarForum im Weserschlößchen in Nienburg (Weser) statt. Eingeladen hatten die Volksbank in Schaumburg und Nienburg, die Volksbank Niedersachsen-Mitte und die Volksbank Vechta in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Nienburg. Über 200 Landwirtinnen und Landwirte aus den Landkreisen Diepholz, Nienburg, Vechta und Verden folgten der Einladung, um sich zum Thema „Zukunftsfähige Unternehmensführung in turbulenten Zeiten“ auszutauschen. Besonders erfreulich: Auch zahlreiche Schülerinnen und Schüler der Fachschule Agrarwirtschaft in Sulingen sowie des Meisterkurses der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Bezirksstelle Nienburg, nahmen an der Veranstaltung teil – ein deutliches Zeichen dafür, dass Landwirtschaft auch in der nächsten Generation für die Region von zentraler Bedeutung ist.

Markus Strahler, Vorstandsmitglied der Volksbank in Schaumburg und Nienburg, begrüßte stellvertretend für die drei beteiligten Genossenschaftsbanken die Gäste. Er betonte, die Banken seien sich sehr bewusst über die schwierige Lage vieler landwirtschaftlicher Betriebe und über die zahlreichen Herausforderungen, die sich unter anderem durch Markteinflüsse, unterschiedliche Standorte und politische Rahmenbedingungen stellen. „Unser Ziel ist es, Hilfestellung zu leisten, damit Sie Ihre Betriebe sicher für die Zukunft aufstellen können; ggf. auch für die Übergabe an die nächste Generation“, so Strahler. Denn turbulente Zeiten ergeben auch immer die Chance für Wachstum.

Auch Wilken Hartje, Kreislandwirt aus dem Landkreis Diepholz, fasste die Herausforderung landwirtschaftlicher Betriebe in seinen einleitenden Worten ähnlich zusammen. Er nannte neben Preisschwankungen mit einer Tendenz nach unten, der präsenten Gefahr durch Seuchen auch unkalkulierbare politische Entscheidungen. „Die Bauern sind oft kreativ und flexibel. Sie suchen nach Chancen, die Betriebe zu stabilisieren oder neu aufzustellen“, berichtete Hartje. Hierbei sei vor allem der ständige Kapitalbedarf eine Herausforderung, da ständige Umstrukturierungen und Neuausrichtungen kaum noch zu bezahlen seien.

Durch die Veranstaltung führte Nils-Joachim Meinheit von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. In vier Fachvorträgen ging es um Themen und Impulse rund um Unternehmensführung, Mitarbeitergewinnung und -bindung sowie Steueroptimierung von landwirtschaftlichen Betrieben. Man wollte Mehrwerte durch Denkanstöße und das Teilen von Erfahrungen schaffen – immer mit dem Fokus darauf, den Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft konstruktiv zu begegnen.

Arne Bär, Unternehmenslotse im Handwerk aus Bruchhausen-Vilsen, sprach zum Thema „Standhaft und beweglich – wie Resilienz Betriebe zukunftsfähig macht“. Er bezog das Publikum aktiv mit ein und animierte zu Gesprächen untereinander. Was ist Resilienz? Wie kann man diese Eigenschaft kultivieren und nutzen? „Resilienz, das bedeutet zurückzuspringen, sich wieder aufzurichten. Sich von einem Rückschlag zu erholen, dabei seine ursprüngliche Form zu behalten oder sich dadurch sogar zu stärken“, erläuterte Herr Bär. Er zeigte verschiedene Wege auf, wie man schnelllebigen Veränderungen und Umwelteinflüssen resilient gegenüberstehen kann. Wichtig sei hier vor allem das Schaffen funktionierender, vertrauensvoller Netzwerke, die Verbindung von Tradition/Erfahrung und der Offenheit für Neues sowie eine systematische und konstruktive Fehlerkultur.

Daniel Blömer, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, informierte zum Thema „Innovative Unternehmenskonzepte – steuerliche und rechtliche Möglichkeiten“. Er erklärte anhand konkreter Beispiele, wie man durch die Umstrukturierung des Unternehmens positive Effekte auf Steuerhöhe, Gewinn und Haftung erzielen kann. Dies stieß bei vielen der anwesenden Landwirtinnen und Landwirte auf großes Interesse.

Christian Appels von der R+V Versicherung führte in das letzte große Thema der Veranstaltung ein – der Attraktivität eines Betriebs für Mitarbeitende. In Zeiten von Fachkräftemangel brauche es umso stärker mehr als einen interessanten Arbeitsplatz, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für sich zu gewinnen – und zu halten. Man benötigt eine gute Personalstrategie, um mithalten zu können. Hierzu gehören auch diverse Benefits, wie unter anderem Versicherungsleistungen und Möglichkeiten zur betrieblichen Rentenvorsorge.

Ralf Schlesselmann (Schlesselmann GmbH Asendorf) vertiefte dies in seinem Vortrag „Mitarbeitende – ein Schlüssel zum Unternehmenserfolg“. Als Geschäftsführer eines in vierter Generation geführten Familienunternehmens mit 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern teilte er seine Erfahrungen im Bereich Mitarbeitergewinnung und -bindung. Dabei betonte er: „Es gibt keine pauschalen Lösungen, die für alle Unternehmen funktionieren.“ Alles sei individuell und habe mit der Branche, dem Ort, der Führungskultur und den Wünschen und Ansprüchen aller Beteiligten zu tun. Letztendlich sei eine Investition in Mitarbeitende auch immer eine Investition ins eigene Unternehmen.

Zu allen Fachvorträgen wurde rege im Plenum diskutiert. Zum Abschluss hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, bei einem gemeinsamen Mittagessen erneut miteinander ins Gespräch zu kommen.